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Wer ist “Let´s start with ABC e.V.”?

 

 

Im Jahr 2006 gründete Norbert Hölter den Verein
„Let’s Start with ABC“. Wie es dazu kam, welche Beweggründe er damals hatte, welche Aufgaben und Ziele er seitdem verfolgt und
was der Verein bisher erreicht hat, fasst er hier zusammen:

 

 

Wieso engagieren Sie sich ausgerechnet auf den Philippinen?

 

 

Hölter: Meine Lebensgefährtin ist auf den Philippinen aufgewachsen. Bei mehreren Besuchen lernte ich ihr Heimatland und schließlich auch die Grundschule von Bolong Beach kennen.

 

 

Was für einen Eindruck hatten Sie damals von der Schule und den Kindern?

 

 

Hölter: Mich hat es sehr beeindruckt, wie stolz die Kinder sind, in die Schule gehen zu dürfen. Jeden Morgen versammeln sie sich auf dem Schulhof, wo sie die Nationalflagge der Republik Philippinen hissen und dann, mit der rechten Hand auf dem Herz, die
Nationalhymne singen. Mein Eindruck war, dass sie selbst ihre Schuluniformen gerne tragen. Im Unterricht beobachtete ich dann, dass die Kinder gar keine Notizen oder schriftliche Übungen machten, wie man es z.B. aus deutschen Schulen kennt. Auch die Atmopshäre in den heruntergekommenen Schulgebäuden ist nicht mit der an europäischen Schulen zu vergleichen.

 

 

Wie haben Sie auf diese Flut von unterschiedlichen
Eindrücken reagiert?

 

 

Hölter: Ich wollte mir einen Schreibblock kaufen, um meine Erlebnisse aufzuschreiben. Die Verkäuferin in dem kleinen Geschäft fragte mich, wieviele Seiten ich denn kaufen wollte.
Diese Frage überraschte mich, denn bis dahin war mir nicht bewusst, wie teuer ein ganzer Schreibblock für 28 Piso (65 Piso= 1€) für die Einwohner von Bolong Beach ist. Und plötzlich verstand ich, warum nur so wenige Kinder in der Schule mitschreiben konnten. Und sofort verspürte ich den Wunsch daran etwas zu ändern.

 

 

Was haben Sie gemacht?

 

 

Hölter: Ich kaufte eine einige Schreibmaterialien, die ich der Schule zur Verfügung stellte. Natürlich war das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber es war ein Anfang. Wieder zurück in Deutschland suchte ich nach Helfern und gründete den Verein, mit dem wir die Schule langfristig unterstützen wollen.

 

 

Was haben Sie bisher erreicht?

 

 

Hölter: Besonders stolz sind wir darauf, zu den 100 Stipendiaten der Organisation "startsocial e.V." zu gehören. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Schirmherrschaft der Organisation übernommen.

Zu dem Stipendium gehört u.a., dass wir seit Februar 2008 von einem professionellen Coaching-Team betreut wurden. Warum das Ganze? Sieben Bewerber erhalten ein Fördergeld in Höhe von 5000,-Euro.
Man stelle sich bitte vor, wieviel Geld das für philippinische Verhältnisse ist. Gemeinsam arbeiten wir nun daran, dieses für Schulkinder so wichtige Preisgeld zu gewinnen.

Neben den mit Spendengeldern durchgeführten Sanierungsarbeiten, war eines unserer ersten Projekte besonders zukunftsweisend: Über das Internet ist ein Arzt auf uns aufmerksam geworden, der sich bereit erklärte, die Schulkinder von Bolong Beach kostenlos zu untersuchen. Dadurch sind über 350 Kinder erstmalig durch ein medizinisches Datenblatt erfasst worden, in dem Größe, Gewicht, Alter und der Gesundheitszustand der Kinder festgehalten worden sind. Alle Daten wurden dem örtlichen Health Center zur Verfügung gestellt.

Außerdem haben wir mit einem im wahren Sinne des Wortes kreativen Ansatz 3300 Euro Spendengelder eingenommen: Ehrenmitglied und Kabarettistin Esther Münch ist für den guten Zweck in einem Bochumer Veranstaltungsraum. Den durch den Verkauf der Eintrittskarten eingenommene Betrag kommt direkt unserer Schule auf den Philippinen zu Gute.

Natürlich kann ich hier nur einige Beispiel für die Welle der Hilfsbereitschaft, die auf mein persönliches Engagement folgte, nennen. In nur kurzer Zeit ist viel erreicht worden und ich hoffe, dass der friedliche Kampf für das Recht auf Bildung noch lange weiter geführt werden kann.